ayasha tanzt hat mir gezeigt, dass ein derart dickes buch mich so fesseln kann, dass ich es verschlungen habe.

edith gschwindl fb

 

Wolfgang Katzer gelingt es mit erzählerischer Lebendigkeit, den Alltag zwischen geistigen Höhenflügen von philosophischen Weisheiten und Mythen einzubetten – bis hin zu exellentem Humor…und es bleibt die ganzen 500 Seiten spannend und lesenswert.

Christa Mössmer Österreich Journal

 

In meiner bisherigen Berufslaufbahn las ich gewiss mehrere hundert unveröffentlichte Buchmanuskripte. Ein paar Dutzend schätzte ich als „gut“ bis „sehr gut“ ein, bei vielleicht fünf davon, war ich überzeugt, dass sie das Zeug hatten, internationale Bestseller zu werden… Bei Wolfgang Katzers Roman wundert es mich, dass er noch immer nicht von einem wirklich großen Literaturverlag entdeckt wurde: Beim „Hineinlesen“ erinnert das Buch (zumindest mich) zunächst irgendwie an Jostein Gaarders Weltbestseller „Sofies Welt“, doch bald merkt man, dass in in dieser brillant komponierten und wunderschön erzählten Handlung viel mehr dahintersteckt… Wolfgang Katzer vermittelt am (scheinbar) autistischen Mädchen Ayasha wie ein Geschichtenerzähler eines alten orientalischen Basars ein funkelndes Kaleidoskop von Wissensgebieten (von Astronomie bis Zoologie) und wie verschränkt Kunst, geisteswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Wissenschaften miteinander sind… Einfach phantastisch!….Wann hat jemand zuletzt den Roman einer österreichischen Autors oder Schriftstellerin gelesen, bei dessen Lektüre sofort Bilder bzw. ein „Film im Kopf“ entstand?…

Gerald Grassl, Edition Tarantel, Wien

 

…Als das Tempo schneller und schneller wurde, und die noch vorhandene Seiten weniger und weniger wurden, wartete ich auf eine Katastrophe oder einen deus ex machina.  Aber Wolfgang Katzer hat es viel besser gemacht, als ich mir hatte vorstellen können:  Zurück zum Anfang!  Die ewige Wiederkehr.  Le retour éternel.  Das Buch ist durchtränkt von dem Wiederholungsthema, und am Ende formt das Ganze eine mächtige Wiederholung, kreisformig wie ein Donut.

 Die Menschen, die Vögel, die Stadt, die Poesie, die seltamen Ereignisse – alles schwebt immer noch wie ein nicht völlig erforschter Traum im Hintergrund meiner Gedanken. 

 Wenn ich einen Roman lese, schweben mir immer deutliche Bilder vor.  Ich muss mir ein greifbares Scenario aufbauen, um mich in der Erzählung einbetten zu können.  Manchmal finde ich das sehr schwer, aber in „Ayasha tanzt“ habe ich Bilder ohne Mühe gesehen (und ich sehe sie noch).  So war es auch eine Art von Kino für mich, und Wolfgang Katzers Aufmerksamkeit für Einzelheiten, die langsamen und wiederholenden Darstellungen – er verwendet oft ritardandi – und die Illusion, dass die Zeit normal, und nicht zusammengepresst fortläuft… Von der Dichtung allein könnte er ein Büchlein zusammenstellen…und die Dialoge, die verschiedenen Redensarten – echte verschiedene Stimmen…danke für diese Stunden mit Leon Wille, dem literarischen alter ego des Autors. 

Dan Slobin, Prof. emeritus für Linguistik, University of California – Berkeley, USA 

 

“Ayasha tanzt” – das Buch!

Ein Roman der Lebensfreude, des spielerischen Denkens. Ein Roman, der Unmöglichkeiten als Realität zulässt, eine schwebende Ebene erzeugt zwischen null und eins, ja und nein. Ein fantastischer Roman.

Ein Mann mittleren Alters, Satiriker, Entertainer, lebt als Alleinerzieher mit seiner siebenjährigen autistischen Tochter Ayasha.
Ayasha spricht kein Wort, zeigt aber mit der Zeit immer neue Begabungen, die alles Vorstellbare weit übersteigen, ihren Vater über ihr geheimnisvolles Wissen rätseln lassen, das märchenhaften Quellen zu entspringen scheint: Ist da am Ende eine alte, chassidische Legende Wirklichkeit geworden, nach der jedes neugeborene Kind alles weiß, sämtliches vergangene und zukünftige Wissen der Menschheit in sich trägt – so lange, bis es ein Engel küsst und es alles vergisst?

Die Idee, dieser Engel sei nicht dazu gekommen, das Kind zu küssen, drängt sich dem Vater auf, spätestens dann, als er lyrisch-philosophische Abhandlungen der Siebenjährigen findet. Er lässt sie in Buchform veröffentlichen, während Ayasha im Internet selbst Aktivitäten entwickelt, von denen ihr Vater vorerst nichts mitbekommt:

  • Ayasha tanzt in Videoclips, ohne es je gelernt zu haben: atemberaubend, doch ohne Ton, eine stumme Aufforderung, Musik dazu zu schreiben, was schließlich auch geschieht, von einzelnen Popmusikern bis zum Bostoner Symphonic Youth Orchester.
  • Ayasha komponiert eine Jazzoper utopisch anmutender Moderne, ohne je Komposition studiert zu haben, gewinnt damit den größten internationalen Kompositionswettbewerb, soll in der Antwerpener Oper uraufgeführt werden.
  • Ayasha malt, und ihre Bilder erzielen schließlich am Kunstmarkt astronomische Preise.
  • Ayasha verfügt über Wissen im Umgang mit Elektronik, als käme sie aus der Zukunft, und schafft es, auf rätselhafte Weise Tauben zu Formationsflügen über der Stadt zu bewegen, in Gestalt von Riesendonuts, Ayashas Lieblingsspeise.

Das Mädchen avanciert zum Superstar, Idol einer lawinenartig anwachsenden Gemeinde von Anhängern.
Ihr Vater läuft dem Phänomen Ayasha hinterher, ihrem scheinbar uferlosen Wissen, chiffriert als Kunstwerk oder Spielerei, an dem alle Anteil haben wollen, er wird davon überrollt, flüchtet sich immer öfter zu einer heimlichen Geliebten.

Ayasha erscheint in allen Medien, aber sie spricht nie und öffnet damit Tür und Tor für Spekulationen aller Art:

Für die einen Quell unendlicher Erfahrungen wie aus anderen Welten, von Kunst bis Wissenschaft.
Für andere Werkzeug eines betrügerischen Vaters, Geldmaschine Wunderkind.

Die Situation eskaliert, nimmt immer groteskere Formen von kultischer Verehrung bis Geschäftemacherei an, wird auch für das Mädchen selbst existenzbedrohend. Alles gerät aus den Fugen, es gibt kein Entrinnen, bis hin zu Mord und Totschlag und – einem völlig unerwarteten Finale.

Dicht, temporeich, humorvoll bis sarkastisch – und spannend bis zum Schluss:
Ayasha tanzt.

wolfgan2

 

Wolfgang Katzer: “Ayasha tanzt”

Roman
Ibera Verlag, Wien
ISBN 978-3-85052-296-0